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Saubere und leise Baustelle: Die Vorfertigung und die kurze Bauzeit von wenigen Wochen vor Ort sorgen für bis zu 20% weniger Baustellenverkehr und bis zu 50% Reduktion von Lärm und Baustaub (Bilder: ALHO Holding GmbH).
Saubere und leise Baustelle: Die Vorfertigung und die kurze Bauzeit von wenigen Wochen vor Ort sorgen für bis zu 20% weniger Baustellenverkehr und bis zu 50% Reduktion von Lärm und Baustaub (Bilder: ALHO Holding GmbH).

Nachhaltiger bauen mit Stahlmodulen

Die Ressourcen unserer Erde werden heute so intensiv genutzt wie in keinem Zeitalter zuvor. Und das, obwohl längst klar ist, dass sie oftmals nur noch begrenzt zur Verfügung stehen werden. Das Bauwesen gehört traditionell zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftszweigen überhaupt. Allein in Deutschland werden nach Angaben des Statistischen Bundesamts jährlich ca. 570 Millionen Tonnen mineralischer Rohstoffe verbaut – 90 Prozent der gesamten inländischen Entnahme. Zudem fließen an Bau- und Abbruchabfällen jährlich rund 210 Millionen Tonnen aus dem Baubereich ab, was 52 Prozent des gesamten deutschen Abfallaufkommens entspricht.

Es genügt daher nicht, das Thema Nachhaltigkeit von Gebäuden an der Energieeffizienz im Betrieb festzumachen, wo beispielsweise das Klimapaket der Bundesregierung ansetzt. Eine ganzheitliche Betrachtung über den gesamten Gebäudelebenszyklus – von den Baustoffen über die Erstellung, den Betrieb, dem Umbau bis hin zum Rückbau und Recycling – ist notwendig. Denn gerade die Fertigung von Baumaterial, sowie Bau und Abriss eines Gebäudes verbrauchen große Mengen an Energie. Sie wird als „graue Energie“ bezeichnet und macht knapp die Hälfte der Energiebilanz eines Gebäudes im Lebenszyklus aus.

Im Vergleich zu konventionellen Bauarten benötigen Modulgebäude nur wenig graue Energie. Dabei wirken sich die ressourcenoptimierte Produktion, die flexible Umnutzung und der einfache Rückbau inklusive einer hohen Recyclingquote positiv auf den ökologischen Fußabdruck aus. Doch wo und in welchem Umfang kann die Modulbauweise, wie sie von ALHO als einem der Markt- und Innovationsführer im Modulbau praktiziert wird, konkret in Sachen Nachhaltigkeit punkten?

Recyclingweltmeister Stahl

Bevor man in die Lebenszyklusbetrachtung der Stahlmodulgebäude einsteigt, macht es Sinn, zunächst den Werkstoff Stahl zu betrachten.
Die Stahlindustrie gilt bekanntlich als eine der energieintensivsten Branchen. Was jedoch kaum jemand weiß: Stahl ist weltweit das am meisten recycelte Material. So werden rund 99 Prozent des Baustahls recycelt – 88 Prozent davon, indem er eingeschmolzen und zu neuem Stahl verarbeitet wird. Man kann daher sagen, dass heute im Grunde jedes Stahlerzeugnis – und somit auch die Grundkonstruktion der Stahlmodule – bereits ein Recyclingprodukt ist.

Durch das Stahlrecycling werden jährlich allein in Deutschland mehr als 20 Millionen Tonnen CO2 vermieden. Dies ist so viel, wie ganz Berlin in einem Jahr freisetzt. Zudem werden Nebenprodukte der Stahlindustrie in den Materialkreislauf zurückgeführt und kommen in der Zementindustrie, im Straßenbau, als Düngemittel, in der Lackindustrie oder der IT-Branche zum Einsatz. Somit relativieren die einzigartigen Recyclingeigenschaften von Stahl und der damit geschlossene Werkstoffkreislauf den Energieaufwand bei der Herstellung.

Nachhaltigkeit beginnt in der Planung

Die Grundlage für die Nachhaltigkeit eines Gebäudes wird bereits in der Planungsphase gelegt. Die integrale Planung im Stahlmodulbau bei ALHO ermöglicht bedarfsgerechte Gebäudekonzepte, die attraktive Architektur mit Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen. Weit mehr als im herkömmlichen Planungsprozess werden Bauwerk und Gebäudetechnik bei der integralen Planung präzise aufeinander abgestimmt. Neben den baulichen und technischen Gewerken und Fachdisziplinen sind auch bereits alle Lebenszyklen des Gebäudes, sowie Kosten, Nutzerbehaglichkeit und Ökologie berücksichtigt.

(C)Lean Production

ALHO Modulgebäude werden in modernen Produktionshallen unter industriellen Bedingungen seriell vorgefertigt. Der Vergleich mit der Automobilindustrie wird dabei gerne herangezogen und dient sogar als Vorbild für Prozessoptimierungen. Lean Management ist ein insbesondere aus der Automobilindustrie bekannter Ansatz zur Prozessoptimierung. Der Begriff kommt aus dem englischen Sprachraum und kann mit „schlankes Management“ übersetzt werden. Das Grundprinzip des Lean Managements ist es, Verschwendung zu minimieren.
In Industrieunternehmen wird Verschwendung am häufigsten in der Produktion sichtbar, daher hat ALHO in den eigenen Werken mit der Implementierung des Lean Managements bei den Produktionsprozessen der Modulgebäude angesetzt. Durch die konsequente Prozessoptimierung und -harmonisierung in der seriellen Modulfertigung werden alle Ressourcen – Material, Personal und Energie – optimal ausgeschöpft. Dies reduziert den Ressourceneinsatz um 36 und den Abfall um 70 Prozent gegenüber dem konventionellen Bauen.

Durch den hohen Vorfertigungsgrad der Module und die daraus resultierende kurze, oft nur wenige Wochen andauernde Bauzeit vor Ort wird zudem die Belastung der Umwelt durch Schmutz, Lärm und Abfälle auf der Baustelle auf ein Minimum reduziert. In Zahlen bedeutet das: bis zu 20 Prozent weniger Baustellenverkehr und bis zu 50 Prozent Reduktion von Lärm und Baustaub. Damit eignet sich die ALHO Stahlmodulbauweise bestens für Aufstockungen, Erweiterungen oder urbane Nachverdichtungen, da sie mit ihren sauberen und leisen Baustellen die Akzeptanz bei Anwohnern und Anliegern erhöht. Und auch die Bauarbeiter vor Ort profitieren von gesünderen Arbeitsbedingungen.

Umnutzung als Nachhaltigkeitskriterium

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ist eine der wichtigsten Institutionen für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden. Je nach Gebäudetyp fließen bis zu 40 Nachhaltigkeitskriterien in die Bewertung ein. Gemessen am Erfüllungsgrad dieser Kriterien vergibt die DGNB Zertifikate in Platin, Gold, Silber oder Bronze. Bei ALHO wurde nicht nur ein einzelnes Stahlmodulgebäude ausgezeichnet: Anhand eines Referenzgebäudes erhielt gleich das ganze Bausystem das Vorzertifikat in Gold. Wird zusätzlich der Standort berücksichtigt, können ALHO Modulgebäude problemlos den Platin-Status erreichen.

Die Tatsache, dass sich lediglich zwei der 40 Kriterien auf den Primärenergiebedarf des Gebäudes beziehen, zeigt, dass bei der DGNB Bewertung keineswegs die Energieeffizienz in der Nutzung die Hauptrolle spielt. Dennoch sollte erwähnt werden, dass der Stahlmodulbau bauordnungsrechtlich und somit auch in der Bewertung der Energieeffizienz mit konventionell errichteten Gebäuden absolut gleichgestellt ist und selbstverständlich die jeweils gültigen Werte der EnEV erfüllt. Dank der integralen Planung sind Modulgebäude auf optimale Energieeffizienz ausgelegt. Vom KfW 55-Standard bis hin zu EnergiePlus-Gebäuden lassen sich ALHO Modulgebäude realisieren.

Ein weiteres, wesentliches Kriterium der Nachhaltigkeit nach DGNB ist die Möglichkeit der Umnutzung. Um die möglichst lange Lebensdauer eines Gebäudes zu erreichen, muss es nachgenutzt werden können. Eine mehrfache Gebäudenachnutzung hat zur Folge, dass die Flächeninanspruchnahme durch Neubauten deutlich verringert wird. Und auch hier bieten Modulgebäude einen erheblichen Vorteil: Sie sind dank ihrer freitragenden Stahlskelettstruktur mit nichttragenden Innenwänden sehr flexibel, können umgestaltet, vergrößert, verkleinert oder umgewidmet und somit immer wieder an einen veränderten Bedarf angepasst werden.

Leitgedanke „Circular Economy“

Die ALHO Stahlmodulbauweise entspricht dem Prinzip der „Circular Economy“. Damit bezeichnet man eine Kreislaufwirtschaft, die ein regeneratives System darstellt, in dem Ressourceneinsatz und Abfallproduktion, Emissionen und Energieverschwendung durch das Verlangsamen, Verringern und Schließen von Energie- und Materialkreisläufen minimiert werden. Entscheidende Faktoren in Bezug auf ein Gebäude sind eine langlebige Konstruktion, Instandhaltung, Reparatur, Wiederverwendung, Wiederaufbereitung, Renovierung und Recycling.

Eine Besonderheit der Stahlmodulgebäude ist es, dass man sie rückstandlos zurückbauen kann, indem sie wieder in die einzelnen Module zerlegt werden. Diese können dann wiederaufbereitet und als „mobile Immobilie“ an einem anderen Ort erneut zusammengefügt werden. Insbesondere die langlebige Grundkonstruktion aus Stahl macht es möglich, dass ALHO Modulgebäude so ein zweites Leben erhalten – oder ein drittes, viertes…

Das Recycling der Module ist erst das Mittel letzter Wahl. Sollte das Modulgebäude nicht mehr benötigt werden, lässt es sich komplett zurückbauen und anschließend im Werk sortenrein in seine Wertstoffe zerlegen. So können alle Materialien zu ca. 90 Prozent recycelt und dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden.

Nachhaltigkeit beginnt im Unternehmen

Die Nachhaltigkeit eines Produktes liegt aber nicht nur in ihm selbst begründet, sondern auch in den Rahmenbedingungen, unter denen es gefertigt wird. Ein systematisches Energiemanagement sorgt bei ALHO seit 2016 für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Sachen Energieeffizienz. Wo Einsparpotenziale schlummern und welche Investitionen langfristig sinnvoll sind, analysiert ein eigener Energiedatenmanager mit regelmäßigen Datenmessungen. Seit Einführung des Energiemanagements konnte der Energieverbrauch in Produktion und Verwaltung um rund 20 Prozent reduziert werden.

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